Handel und Zentren in Niedersachsen stehen vor großen Herausforderungen. Der Ukraine-Krieg und seine Folgen, hohe Inflation, gestiegene Kreditzinsen, fehlende Fach- und Arbeitskräfte sowie geänderte Konsumgewohnheiten wirken sich landauf, landab speziell auf die Zentren in Niedersachsen aus. Um die Herausforderungen, aber vor allem auch die Chancen, die diese Entwicklung bietet, zu diskutieren, hat das Niedersächsische Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der IHK Niedersachsen (IHKN) und dem Handelsverband Niedersachsen-Bremen (HNB) zum 1. Niedersächsischen Kongress „Handel.Zentren.Zukunft“ eingeladen.
Dabei begann Wirtschaftsminister Olaf Lies, dass „die Corona-Pandemie für den Handel und die Zentren wie ein Brennglas gewirkt hat. Während der Online-Handel an Bedeutung zugenommen hat, verlor der stationäre Handel weiter an Marktvolumen. Gleichzeitig haben die Besucherzahlen in den Innenstädten und Zentren abgenommen. Hier ist unser gemeinsames Agieren gefragt. Der Kongress zeigt: Wenn alle Akteure vor Ort intensiv zusammenarbeiten, entstehen gute Ideen und Projekte, die Handel und Tourismus beleben und die Zentren stärken. Niedersachsen unterstützt sie dabei gezielt mit Förderprogrammen.“
Eine folgende lebhafte Podiumsdiskussion gab Gelegenheit für den direkten Austausch zwischen Politik, Kommunen, IHK, Verbänden und Wissenschaft. Impulse für eigene Aktivitäten erhielten Besucherinnen und Besucher durch die Präsentation erfolgreicher Praxisbeispiele und der Fördermöglichkeiten des Landes.
Abschließend warnt Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Niedersachsen-Bremen davor, dass „wir alle tatsächlich erleben, wenn man ehrlich ist, nicht erst seit, aber erst recht durch Corona, dass sich die zentralen Lagen vieler Städte und Gemeinden in Niedersachsen in einem Transformationsprozess befinden. Freigewordene Handelsflächen zeigen Wunden im Organismus der Kommunen und suchen – teilweise schon über einen längeren Zeitraum – eine neue Verwendung. Zukunftsweisende und nachhaltige Nutzungen fallen nicht vom Himmel. Erwartungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie politisch Aktiven sind nicht immer deckungsgleich. Wo Handel stattfindet, findet gesellschaftlicher Austausch statt. Wo die örtlichen Umgebungsbedingungen den Handel gefährden, besteht die Gefahr, dass notwendiger gesellschaftlicher Austausch in schwierigen Zeiten nicht mehr stattfinden kann“.
Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung
